Gehirn&Geist - Das Magazin für Psychologie und Hirnforschung

Veröffentlicht auf von Daniel

[Trigami-Review]

SPIELEN beflügelt das Denken - auch bei Erwachsenen! Nein, heute geht's einmal nicht um Videospiele, viel mehr handelt es sich bei dieser weisen Feststellung um den Titel der aktuellen Ausgabe von Gehirn&Geist, dem Magazin für Psychologie und Hirnforschung aus dem Verlag Spektrum der Wissenschaft.

Gehirn&Geist
erscheint zehn mal im Jahr, Tochtermagazine existieren unter anderem in den USA, Frankreich, Italien, Spanien, Brasilien und den Niederlanden. An den Schreibmaschinen sitzt ein Team junger Redakteure, unterstützt von einem wissenschaftlichen Beirat. Der wiederum setzt sich zusammen aus einer Expertenrunde anerkannter Fachleute. Die Gestaltung des Magazins meistert den Spagat zwischen Sachlichkeit und Ästhetik. Einladende Hochglanzdeckblätter, ein angenehm luftiges Layout und aussagekräftige Fotografien lassen Gehirn&Geist, gerade für eine wissenschaftlich orientierte Publikation, sehr gut aussehen.

So viel zu den Rahmenbedingungen. Die neue Ausgabe 7/8 2009 thematisiert neben dem Nutzen des Freispiels (Titelthema) beispielsweise das Messie-Syndrom (oder vielleicht bald Organisations-Defizit-Syndrom) und eines der bedeutendsten Felder der heutigen Hirnforschung - die Neubildung von Nervenzellen, bzw. den Kampf gegen Demenz und Alzheimer. Erfreulich: Die Berichte lesen sich allesamt genau so spannend, wie deren Titel klingen. Wer bei so komplexen Sachverhalten nämlich die schwer verdauliche Fachsabbelei selbstverliebter Wissenschaftler befürchtet, wird angenehm überrascht werden. Ergänzend zu den nachvollziehbaren und interessant geschriebenen Artikeln bereiten anschauliche Grafiken, lockere Illustrationen und Literaturempfehlungen den Stoff umfassend auf.

Kinder und ihre imaginären Freunde, Brennpunkt IQ, mit Barbie gegen Magersucht und das Gehirn eines Psychopathen - wer einen Blick auf die Themenauswahl vergangener Ausgaben wirft, stellt fest, dass das Verhältnis zwischen Hirnforschung und Psychologie ausgeglichen ist, immer wieder werden Berührpunkte der beiden eng verwandten Gebiete veranschaulicht.

»Kurz nach der Operation begann er, elektrische Haushaltsgeräte zu sammeln. Er ging auf Streifzüge durch sein Wohnviertel und brachte kaputte Kühlschränke, Telefone und Staubsauger mit nach Hause, vor allem aber Fernseher. Nachdem sein Wohnzimmer mit 35 TV-Apparaten rappelvoll war, platzierte er weitere Errungenschaften erst im Zimmer seiner Tocher, dann in den Fluren, dem Badezimmer, seinen drei Kellern und zuletzt in den Lüftungsschächten seines Hauses.«

Fazit: Kalt lassen wird dieses Magazin wohl nur die Leser, die sich weder für Psychologie, noch für Hirnforschung im Entferntesten interessieren (abgesehen natürlich von den selbstverliebten Wissenschaftlern). Ob als Abonnement oder Einzelausgabe für Zwischendurch: Gehirn&Geist ist unterhaltsam, lehrreich und wertig. Ein Vergnügen, das kein schlechtes Gewissen zuücklässt.

Kostenloses Probeheft: Wer nun neugierig geworden ist, kann hier einen Blick in die aktuelle Ausgabe 7/8 2009 werfen - oder bestellt einfach gleich risikofrei und unverbindlich das kostenlose Probeheft.

Veröffentlicht in written

Kommentiere diesen Post