Independent Games: The Ivy's Spooks im Test

Veröffentlicht auf von Daniel

Zum Ausklang des Jahrzehnts feiert das Adventure-Genre eine blühende Renaissance. Mit Edna, A Vampyre Story und The Book of Unwritten Tales waren Rästelfreunde die letzten Monate gut beschäftigt. Doch damit nicht genug: Unter dem Namen Tales Of Monkey Island - Launch of the Screaming Narwhal (hier geht's zur Website) erschien kürzlich der Auftakt zu einer Reihe fünf neuer Abenteuer mit dem legendären Piratenchaot Guybrush Threepwood in der Hauptrolle. Desweiteren steht The Curse of Monkey Island Special Edition bereits in den Startlöchern.

Abseits der pompösen Produktionen großer Labels finden sich jedoch auch unter den Adventure-Titeln zahlreiche Perlen junger Gamedesigner, die mit kleinem Budget und umso mehr Herzblut ganz besondere Spiele schaffen. Zu diesen Newcomern der Independent-Sezene zählt die äußerst talentierte Erin Robinson, alias The Ivy. Neben dem hier vorgestellten Titel veröffentlichte sie mittlerweile auch Nanobots, das genauso wie Spooks zum kostenlosen Download bereitsteht. Bereits vor einigen Monaten stolperte ich über die Website der hübschen Entwicklerin, fand aber bisher nicht die Zeit, mich mit ihrer Arbeit vertraut zu machen.

Genau das konnte ich heute - endlich - nachholen und bereue es keineswegs. Spooks hat nun schon gute drei Jahre auf dem Buckel, doch die grobpixelige Grafik ist genauso zeitlos schön wie es die cleveren Ideen sind, die den Charme von Spooks ausmachen. Das Interface orientiert sich an Point & Click Adventures der ersten Stunde, gesteuert wird die Hauptprotagonistin Mortia, ein zynisch sympatisches Ghoule-Mädchen, über die simplen Befehle Gehen, Nehmen / Betätigen, Sprechen und Anschauen.

Die Handlung spielt im komplett graustufigen Land der Toten, für deren Bewohner das Wort lebendig keinerlei Bedeutung hat. Das Abenteuer beginnt, als Mortia im Freizeitpark Carnage-Val (ihr dürft euch im Laufe des Spiels übrigens auf einige Kalauer gefasst machen) beim Dartspiel einen tatsächlich lebenden Fisch gewinnt. Natürlich hängen sich in kürzester Zeit paranormale Ordnungshüter an ihre Fersen und nur durch das Lösen zahlreicher Rätsel hat Mortia eine realistische Chance, ihrem Goldfisch Spooks das Leben zu retten - ohne dabei selbstverständlich auch nur einen bloßen Schimmer davon zu haben, was dieses ominöse Leben überhaupt ist.

Die wichtigste Location im Spiel ist der Freizeitpark Carnage-Val. Auf dem Rundweg durch diesen löst Mortia ein Rätsel nach dem anderen, mit allen paar Umrundungen trifft sie auf neue Charaktere und Begebenheiten, welche wiederum die Lösung für andere Rätsel darstellen. Mortias Zynismus wird im Laufe des Spiels immer nachvollziehbarer: Die aberwitzigen Figuren, die Mortia im Spiel kennenlernt, haben allesamt mächtig einen an der Waffel.  Eine Kostprobe gefällig? Beim Carnage-Val-Hellseher handelt es sich um ein verschlafenes Riesenauge - das leider seine Kontaktlinse verloren hat!

FAZIT: Mortias Trip in den Freizeitpark unterhält geübte Abenteurer etwa eine Stunde auf hohem Niveau, weniger erfahrene Knobler sitzen auch gut und gerne drei Stunden an Spooks, bevor sie den Abspann präsentiert bekommen. Doch auch hier endet die Geschichte womöglich nicht: Im letztjährigen Interview mit Indiegames.com erzählt Erin »The Ivy« Robinson vom Spooks-Nachfolger Skyward, der sich noch in Arbeit befindet. Bis es soweit ist, sei das pfiffige Spooks allen Pointern und Clickern unter euch ans Herz gelegt, denn so machen große Pixel auch heute noch verdammt viel Spaß! Und genau den wünsche ich euch jetzt - folgt dazu einfach diesem Link!

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